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10 häufige Fragen bei Trennung und Scheidung einer Ehe

Erfahren Sie hier alles über die 10 häufigsten Fragen bei Trennung und Scheidung. Die Antworten lesen Sie, wenn Sie auf das + Zeichen klicken.

1. Wie und wie lange lebe ich in Trennung?

Der Trennungszeitraum beginnt mit der Trennung und endet mit der rechtskräftigen Scheidung. Zumindest einer der Ehegatten muss die Fortsetzung der ehelichen Gemeinschaft ablehnen und es darf keine häusliche Gemeinschaft mehr bestehen. Ein Getrenntleben in der gemeinsamen Wohnung ist möglich, sollte aber vorab mit mir als Rechtsanwältin besprochen werden. Wenn der scheidungsunwillige Ehepartner das Getrenntleben im späteren Scheidungsverfahren bestreitet, können für den scheidungswilligen Partner erhebliche Beweisprobleme auftreten. Die Eheleute müssen mindesten ein Jahr in Trennung leben bevor die Scheidung ausgesprochen wird. Versöhnungsversuche während des Trennungsjahres unterbrechen die Trennungszeit nicht, sollten zeitlich jedoch nicht überspannt werden.

2. Wann kann der Scheidungsantrag eingereicht werden?

Der Scheidungsantrag kann – je nach Handhabung des zuständigen Familiengerichts – bereits rund drei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres bei Gericht eingereicht werden. Das Gericht benötigt die Zeit bis zum Ablauf des Trennungsjahres zur Zustellung an den anderen Ehepartner, Erhebung der Gerichtskosten und ggf. Einholung der Auskünfte zum Versorgungsausgleich.

3. Wie verhält es sich mit der Krankenversicherung nach der Scheidung?

Drei Monate nach Rechtskraft der Scheidung endet die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung  für den kostenlos mitversicherten – nunmehr geschiedenen – Ehepartner. Es besteht für den mitversicherten Ehegatten die Möglichkeit, sich selbst freiwillig weiter zu versichern innerhalb dieser Zeit.

4. Kann ich meinen Geburtsnamen nach der Scheidung wieder annehmen?

Mit dem rechtskräftigen Scheidungsurteil kann man beim Standesamt vorstellig werden und den sog. `Mädchennamen` wieder annehmen. Der Wechsel vom Ehenamen zum vormaligen Geburtsnamen ist unabhängig davon, ob die gemeinsamen Kinder den Ehenamen behalten.

5. Was geschieht mit Miteigentum im Rahmen der Trennung?
 Miteigentum entsteht beispielsweise durch den Erwerb einer Immobilie durch beide Ehegatten. Die Ehepartner sind beide im Grundbuch als Eigentümer eingetragen. Auch bei Trennung und Scheidung bleibt die Miteigentumsgemeinschaft weiter bestehen und es bedarf einer Regelung zwischen den Beteiligten. Oftmals kann mit der Gegenseite über einen An- bzw. Verkauf verhandelt werden. Die oft nicht vorteilhafte Teilungsversteigerung kann so vermieden werden.
6. Was geschieht mit der Bezugsberechtigung meiner Lebensversicherung?

Im Rahmen einer Trennung ist es oft nicht gewünscht, dass der in Scheidung lebende Partner im Todesfall als Bezugsberechtigter von einer Lebensversicherung profitiert. Die Bezugsberechtigung sollte ggf. geändert werden.

7. Was sind sog. Scheidungsfolgesachen?

Hierbei handelt es sich um Anträge einer Partei zum Familiengericht, die das Gericht mit dem laufenden Scheidungsverfahren verknüpft und unter dem gleichen gerichtlichen Aktenzeichen führt. Nachehelicher Unterhalt, der Zugewinnausgleich und der Versorgungsausgleich sind Folgesachen zur Scheidung. Die Scheidung wird erst dann ausgesprochen, wenn die Folgesachen geklärt sind. Die Klärung kann durch einen Vergleich oder eine gerichtliche Entscheidung erfolgen. Unter bestimmten  Umständen besteht die Möglichkeit, die Folgesachen vom Scheidungsverfahren abtrennen zu lassen, um zeitlich früher zu scheiden.

8. Wird ein Versorgungsausgleich auch bei einer kurzen Ehe durchgeführt?
Ist die Ehezeit unter drei Jahren, wird der Versorgungsausgleich nur vom Gericht durchgeführt, wenn ein Ehepartner dies beantragt.
9. Können Schwiegereltern Zuwendungen zurück verlangen?

Zuwendungen der Schwiegereltern an das Schwiegerkind können im Falle des Scheiterns der Ehe ggf. von diesen zurückverlangt werden. Oft handelt es sich um Geldleistungen beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses. Es muss hierbei präzise geklärt werden, an wen die Leistungen geflossen sind und ob eine Kürzung oder ein Wegfall der Rückforderung vorzunehmen ist. Nicht selten besteht auch ein Zusammenhang mit dem Zugewinnausgleich zwischen den Ehegatten und der dortigen Vermögensauseinandersetzung. Die richtige zeitliche Abfolge der Regelung ist von großer Bedeutung.

10. Kann nachehelicher Unterhalt zeitlich befristet oder in der Höhe herabgesetzt werden?
Sowohl eine zeitliche Befristung der Unterhaltsleistungen als auch eine Herabsetzung auf den angemessenen Lebensbedarf kommen in Betracht soweit dies nicht wegen der Betreuung eines Kindes unbillig erscheint. Im Hinblick auf eine Herabsetzung oder Begrenzung muss der Zuschnitt der gelebten Ehe betrachtet werden. Hat der unterhaltsberechtigte geschiedene Ehegatte beispielsweise berufliche Nachteile durch die Ausgestaltung der Ehe oder die Kindererziehung erlitten oder war die Ehe von langer Dauer?