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10 häufige Fragen zum Erbrecht

Erfahren Sie hier alles über die 10 häufigsten Fragen zum Erbrecht. Die Antworten lesen Sie, wenn Sie auf das + Zeichen klicken.

1. Kann ich mein Testament am PC ausdrucken?

Nein. Ein privat und nicht notariell errichtetes Testament muss von dem Ersteller handschriftlich errichtet und eigenhändig unterschrieben worden sein. Bei Ehegattentestamenten genügt es, dass ein Ehepartner das gemeinsame Testament schreibt; beide müssen aber eigenhändig unterzeichnen.

2. Was ist ein `Berliner Testament`?

Es handelt sich um ein Ehegattentestament, in welchem sich die Eheleute gegenseitig zu Alleinerben einsetzen und bestimmen, dass nach dem Tod des zuletzt Versterbenden die gemeinsamen Kinder Erben werden.

3. Was geschieht mit einem ungenau formulierten Testament?

Auch ein ungenau formuliertes Testament ist wirksam. Zunächst gilt es, die Begleitumstände, unter denen das Testament formuliert wurde zu erforschen, oft ergibt sich hieraus eine Klärung der ungenauen Formulierung. Allerdings darf dem Erblasser alleine aufgrund äußerer Umstände kein bestimmter Wille unterstellt werden; vielmehr muss der Text des Testamentes zumindest ansatzweise den Willen hergeben. Wenn allerdings auch mit den vom Gesetzgeber geschaffenen Auslegungsregeln der wirklich Wille des Erblassers nicht erforscht werden kann, ist die konkrete Formulierung im Testament unwirksam und an seine Stelle tritt die gesetzliche Erbfolge.

4. Ist eine testamentarische oder erbvertragliche Verfügung zwingend notwendig?

Nein. Wenn der Erblasser zu Lebezeiten nichts Entsprechendes veranlasst, dann geht nach dem Tode der Nachlass auf die gesetzlichen Erben über. Gesetzliche Erben sind Ehegatten/ eingetragene Lebenspartner und Adoptivkinder sowie Blutverwandte, also leibliche Kinder oder Eltern. Soll diese Erbfolge geändert werden, muss der Erblasser tätig werden und eine Testament verfassen.

5. Kann mein geschiedener Ehegatte mich beerben?

Nein, zumindest nicht auf direktem Wege. Es besteht aber die Möglichkeit, dass das gemeinsame Kind erbt und selbst kinderlos und ohne Testament verstirbt. In diesem Falle beerbt der geschiedene Ehegatte das eigene Kind und in dessen Erbmasse befindet sich ggf. noch das Erbe des vorverstorbenen Ehepartners.

6. Ist das adoptierte Kind gesetzlich erbberechtigt?

Das als Minderjähriger adoptierte Kind scheidet mit der Adoption auch rechtlich aus seiner Ursprungsfamilie aus. Es wird in die Familie des Annehmenden aufgenommen; die dort vorhandenen Familienangehörigen bekommen ein Geschwisterteil, einen Enkel, eine Nichte, ect. Damit ist das Kind nach dem Tode seiner neuen Familienangehörigen genauso erbberechtigt wie ein leibliches Kind. Für `Kinder`, die als Volljährige adoptiert wurden, gibt es Ausnahmen.

7. Was ist ein Pflichtteil?

Ein pflichtteilsberechtigter Familienangehöriger kann nach dem Tode des Erblassers seinen Pflichtteil, d.h. einen Anspruch in Geld in Höhe der Pflichtteilsquote gegenüber den Erben geltend machen. Die Höhe des einzufordernden Pflichtteilsbetrages ist zu ermitteln. Es gilt Fristen einzuhalten, daher sollte die Geltendmachung eines Pflichtteils nicht lange heraus gezögert werden.

8. Was ist ein Miterbe?

Ein Miterbe ist neben weiteren Miterben, z.B. den Geschwistern als gesetzlicher oder testamentarischer Erbe berufen worden. Die Miterben bilden bis zur Verteilung des Nachlasses eine sog. Miterbengemeinschaft und erwerben mit dem Tod des Erblassers den Nachlass gemeinschaftlich.

9. Was ist ein Vermächtnisnehmer?

Ein Vermächtnisnehmer ist vom Erblasser in dessen Testament oder Erbvertrag mit einer Zuwendung bedacht worden. Er ist nicht Mitglied der Erbengemeinschaft und daher nicht Erbe. Der Vermächtnisnehmer hat in der Regel gegen den Erben einen Anspruch auf Erfüllung der Zuwendung, z.B. durch Zahlung des vom Erblasser  benannten Geldbetrages oder Übergabe des vermachten Schmucks.

10. Welche Aufgaben übernimmt ein Testamentsvollstrecker?

Der Testamentsvollstrecker setzt den testamentarischen oder erbvertraglichen Willen des Erblassers durch. Ihm können seitens des Erblassers beliebig viele Aufgabenkreise übertragen werden. In der Regel wickelt der Testamentsvollstrecker den Nachlass ab, d.h. bezahlt die Schulden, verteilt das Erbe und zahlt die Vermächtnisse aus. Ist ein Minderjähriger Erbe, ist es sinnvoll, einen Testamentsvollstrecker das Erbe bis zur Volljährigkeit des Erben verwalten zu lassen. Auch befürchtete Streitigkeiten unter den Erben können so reduziert werden. Es ist seitens des Erblassers darauf zu achten, dass die Aufgaben des Testamentsvollstreckers, seine Entlohnung und die Begrenzung seines Amtes exakt benannt sind.